KRISENMANAGEMENT-BLOG

  • Team CasePilot

Wenn der Staatsanwalt einmal klingelt...

10 Dinge, die Entscheidungsträger im Fall einer Durchsuchung beachten sollten


Kopien geschäftsrelevanter Dokumente sollten auch nach einer Beschlagnahme verfügbar sein (Foto: Pixabay)

Egal ob Mittelständler oder Großkonzern: Razzien sind für die Beteiligten auf Unternehmensseite niemals Alltag. Wenn die Staatsanwaltschaft, das Hauptzollamt, Kartellbehörden oder die Steuerfahndung vor der Tür stehen, gilt es ebenso schnell wie besonnen zu reagieren. Jegliche Verdunkelungsmaßnahmen sind tabu und kontraproduktiv, weitestgehende Kooperation mit den Ermittlungsbehörden ist in der Regel empfehlenswert.


Für das akute Krisenmanagement gilt: Zunächst sollten Entscheidungsträger die Hintergründe und das Ziel der Durchsuchung in Erfahrung bringen und juristischen Beistand suchen. Davon ausgehend sind alle weiteren Maßnahmen zu planen. Unsere 10-Punkte-Checkliste gibt erste Tipps zum Verhalten im Fall einer z.B. staatsanwaltschaftlichen Durchsuchung:

  1. Vorstand/Geschäftsführung, Rechtsabteilung, Unternehmenskommunikation und IT-Abteilung alarmieren (soweit nicht vor Ort) und Krisenstab einrichten (idealerweise über eine digitale mobile Plattform wie CasePilot)

  2. Zentrale Hintergründe und Fakten klären und zusammentragen: Wer ist Beschuldigter des Ermittlungsverfahrens? Haben die Vorwürfe einen Unternehmensbezug? Wer leitet die Durchsuchung? (Kontaktdaten erfassen!) Gibt es einen gerichtlichen Durchsuchungsbeschluss (Ausfertigung verlangen)? Auf welche Durchsuchungsobjekte (z.B. Büroräume, Kfz, Lagerflächen) bezieht sich der Beschluss?

  3. Rechtsanwalt verständigen und Durchsuchungsbeschluss umgehend prüfen lassen (notfalls telefonisch - idealerweise natürlich über den Datenraum von CasePilot) sowie Rechtsmittel gegen die Durchsuchung (und ggf. gegen Beschlagnahmen) einlegen (z.B. Beschwerde gem. § 304 StPO, Antrag auf gerichtliche Entscheidung gemäß § 98 Abs. 2 S. 2 StPO)

  4. Nach Möglichkeit gemeinsam mit den Beamten kooperatives Vorgehen vereinbaren (z.B. Spiegelung von IT-Daten anstelle der Beschlagnahme der Hardware)

  5. Beamten Zutritt zu allen Gebäudeteilen, die im Durchsuchungsbeschluss genannt sind, ermöglichen und nach Möglichkeit jedem Beamten einen Mitarbeiter der Rechtsabteilung als Begleiter zuweisen

  6. Verdunkelungshandlungen (wie Aktenvernichten) unterlassen (!) und falls Räume versiegelt werden: Siegel keinesfalls brechen

  7. Keine Angaben zur Sache machen und Mitarbeiter, auch soweit sie als Zeugen in Betracht kommen, darauf hinweisen, dass sie sich in der Durchsuchungssituation nicht äußern sollen oder müssen

  8. Handlungen/Äußerungen der Beamten möglichst genau protokollieren und am Schluss Beschlagnahme-/Sicherstellungsprotokolle verlangen, in denen alle Unterlagen exakt bezeichnet sind

  9. Kommunikationsstrategie (intern und extern) für den Fall entwickeln, dass die Vorwürfe öffentlich werden (siehe auch unseren Blogbeitrag zur Krisenkommunikation)

  10. Bei unternehmensbezogenem Vorwurf: Interne Ermittlung zur Aufklärung des Vorwurfs einleiten


Unser Tipp: CasePilot eignet sich hervorragend, um im Fall einer Unternehmensdurchsuchung die Kommunikation zwischen den relevanten Entscheidungsträgern unabhängig von der Betriebs-IT per Handy bzw. Smartphone aufrecht zu erhalten und zugleich alle Fakten und Daten für den internen Krisenstab zentral verfügbar zu machen. Persönlich stehen wir Ihnen in der akuten Krisensituation Durchsuchung natürlich auch beratend zur Seite.


Autoren: Bernd Guntermann und Christoph Manke, Wilhelm Rechtsanwälte

RECHTLICHE  INFORMATIONEN:
KONTAKT:
INITIATOREN:

TPS GmbH
Reichsstraße 43
40217 Düsseldorf
Tel:+49 211 6877 4665
Fax: +49 211 6877 4620
E-Mail: team@t-p-s.net

TPS_GmbH_Logo_Web_RGB_groß_freigestellt_
Wilhelm_RAe_Logo_freigestellt_weiß.png