KRISENMANAGEMENT-BLOG

  • Team CasePilot

Bevor mit der Fabrik Ihre Existenz abbrennt

Wie Unternehmen auf Großschäden wie Brände optimal reagieren


Brände zählen zu den größten Gefahren für Unternehmen (Foto: Pixabay)

Auch im digitalen Zeitalter stellen klassische Gefahren wie Feuer, Überschwemmungen oder Sturmschäden immer noch die größten Risiken für Industrieunternehmen dar. Die Zerstörung von Produktionsanlagen, Maschinen, Werkshallen oder Lagerräumen kann zu langen Betriebsunterbrechungen und damit zu existenzbedrohenden finanziellen Schäden führen.


Die große Herausforderung im Krisenmanagement: Ein großer Schadenfall wie der Brand einer Betriebsstätte oder eine Explosion auf dem Werksgelände stellt für die meisten Unternehmer eine Sondersituation dar. Auch erfahrene Entscheidungsträger sind in dieser Situation häufig von der Komplexität und dem akuten Handlungsdruck überfordert.


Die nachfolgenden 10 Punkte können als erster Leitfaden und Checkliste für Verantwortliche in der Reaktion auf schwerwiegende Störfälle und Naturkatastrophen dienen:

  1. Interne Zuständigkeiten verteilen: Wer alarmiert Mitarbeiter, informiert Kunden und Öffentlichkeit? Wer verantwortet die Abstimmung mit Behörden und Einsatzkräften? Wer ist technisch für die Schadenermittlung und -beseitigung sowie für die Wiederaufnahme des Betriebs verantwortlich? Die Einrichtung eines Krisenstabs ist dringend empfehlenswert.

  2. Wurden Personen verletzt oder gar getötet? Neben der intensiven Betreuung von Betroffenen und Angehörigen sollte das Unternehmen im Krisenmanagement proaktiv mit Polizei und Staatsanwaltschaft zur Aufklärung der Umstände kooperieren.

  3. Klären Sie schnellstmöglich, wie der Betrieb bzw. die Produktion aufrecht erhalten bleiben bzw. schnell wieder aufgenommen werden kann. Gibt es z.B. die Möglichkeit, einzelne Produktionsschritte an Dritte auszulagern oder können Produktionskapazitäten an anderen Standorten genutzt werden? Idealerweise sollte ein Business Continuity Plan vorliegen, um langfristige Betriebsunterbrechungen und Kundenverluste zu vermeiden.

  4. Alle Bezugsgruppen (insbesondere Mitarbeiter, Anwohner, Kunden und Presse) proaktiv informieren und über die nächsten Schritte auf dem Laufenden halten (siehe auch unseren Blogbeitrag zur Krisenkommunikation).

  5. Dem Versicherungsunternehmen unverzüglich den Schaden melden und Schadenminderungs- sowie Schadenbeseitigungsmaßnahmen eng mit diesem abstimmen. Im Gegenzug vom Versicherer Vorauszahlungen verlangen, um Liquiditätsengpässe zu vermeiden.

  6. Alle Maßnahmen des Krisenmanagements nach dem Störfall (z.B. Aufräumarbeiten, Dekontamination, Sanierung etc.) lückenlos dokumentieren. Nicht selten kürzen Versicherer ihre Leistung mit dem Argument, das versicherte Unternehmen habe nach dem Schadenfall oder bereits im laufenden Betrieb Obliegenheiten verletzt oder Sicherheitsvorschriften nicht eingehalten.

  7. Eigene Schaden-Kostenstelle in der Buchhaltung für alle Kosten mit Bezug zum Schaden einrichten – einschließlich der zur Schadenbeseitigung zusätzlich erforderlichen Aufwände an Arbeitskraft und Betriebsmitteln sowie eines Katalogs der durch den Brand bzw. die Katastrophe zerstörten Werte. Nur so sind Ausgaben und Verluste später gegenüber dem Versicherer einforderbar.

  8. Gemeinsam mit allen Beteiligten (Versicherer, Makler, Sanierer, Rechtsanwälte etc.) einen Fahrplan zur schnellen Schadenbeseitigung und Wiederherstellung aufstellen. Am runden Tisch sollten Zwischenschritte, Zuständigkeiten und gegenseitige Erwartungen geklärt werden. Transparenz für alle Seiten hilft, unnötige Konflikte zu vermeiden.

  9. Nicht auf vermeintlich objektive Sachverständige des Versicherers vertrauen, sondern einen eigenen Sachverständigen mit der Untersuchung der Schadenursache und mit der Schadenberechnung beauftragen. Insbesondere die Berechnung des Ertragsausfalls durch die Betriebsunterbrechung sollte in der Hand des versicherten Unternehmens bleiben.

  10. Wirtschaftlichkeitsberechnungen durchführen: Lohnt sich nach einem Totalschaden die Wiedererrichtung der baugleichen Betriebsstätte bzw. Produktionsanlagen oder gibt es sinnvolle Alternativen (z.B. Modernisierung, Produktionsumstellung, -verlagerung)?


Jeder Großschaden hat seine eigenen Besonderheiten. Die oben genannten Punkte können daher nur eine erste unverbindliche Handreichung bieten. Gern begleiten wir Sie frühzeitig nach dem Eintritt eines Brand- oder Wasserschadens, Maschinenbruchs oder anderweitig bedingten Produktionsausfalls, um Probleme in der Schadenregulierung mit dem Versicherer und mit Behörden zu vermeiden.


Auch präventiv helfen wir Ihnen umfassend im Risikomanagement und zur juristisch wasserdichten Versicherung gegen betriebliche Gefahren.


Autoren: Cäsar Czeremuga und Christoph Manke, Wilhelm Rechtsanwälte

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