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KRISENMANAGEMENT-BLOG

  • Team CasePilot

Corona und die Unternehmen: Die Herausforderungen der nächsten Wochen

Ständig gibt es neue Informationen und Meldungen zum Coronavirus. Da fällt es schwer, die passenden Maßnahmen für das eigene Unternehmen abzuleiten. Eine Einordnung.

Unternehmen müssen in der Corona-Pandemie ihre Hygiene-Maßnahmen auf den Prüfstein stellen

Mittlerweile hat die WHO das Coronavirus als Pandemie eingestuft, somit ist es nun offiziell: Die Frage ist nicht mehr, ob wir uns in einer Pandemie befinden, sondern eher, wie schnell sich diese ausbreiten wird. Die Experten gehen von nun von stark steigenden Zahlen von Infizierten aus. Die Maßnahmen, die wir im Moment erleben, zielen darauf ab, die Ausbreitung in der Bevölkerung zu verzögern, um Zeit für die Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen zu gewinnen. Epidemiologen schätzen den Temperatureffekt, den es bei Viruserkrankungen normalerweise gibt, verschieden ein. Insgesamt sagen die Modelle für Deutschland ein Maximum an Fällen für den Sommer voraus. Danach wird es vermutlich zu einer Beruhigung kommen, weil dann ein signifikanter Teil der Bevölkerung die Erkrankung bereits durchgemacht hat (die Fachleute sprechen hier von „Durchseuchung“).

Die Strategie der Verlangsamung wird noch eine gewisse Zeit fortgesetzt werden. In dieser Zeit gilt es für Unternehmen, sich weiterhin auf Ausfälle durch Erkrankte oder in Quarantäne geschickte Mitarbeitende einzustellen. Reisebeschränkungen sind anzupassen und die Pandemiepläne, die auf Influenza-Pandemien ausgerichtet sind, sind zu aktualisieren.

Es ist davon auszugehen, dass sich in den kommenden Monaten viele Mitarbeitende infizieren werden, was in vier von fünf Fällen sehr unproblematisch sein wird. Gesunde Personen unter 50 haben extrem selten schwere Verläufe und klagen meist nur über wenige Symptome. Danach sind diese Mitarbeitenden weitgehend immun. Diese Immunität hält nach derzeitigem Erkenntnisstand vielleicht nicht lebenslang, aber doch einige Zeit.

Die aus meiner Sicht wichtigste Aufgabe für Unternehmen besteht in den kommenden Wochen und Monaten darin, die besonders vulnerablen Mitarbeitenden zu identifizieren und systematisch vor einer Infektion zu schützen. Das sind nach aktuellem Wissensstand ältere Mitarbeitende über 60 Jahre sowie Personen mit Vorerkrankungen wie Herz-Kreislauferkrankungen und Lungenerkrankungen. Hier ist mit einer extrem viel höheren Anzahl an schweren und schwersten bis tödlichen Verkäufen zu rechnen. Deshalb wird es für Unternehmen wichtig sein, diese Mitarbeitenden zu identifizieren und durch konsequentes Homeoffice und Beratung zu freiwilliger sozialer Isolierung vor einer Infektion zu schützen, solange noch keine wirksamen Medikamente in ausreichender Menge zur Verfügung stehen.

Eine zweite Aufgabe besteht in einem verantwortungsbewussten und angemessenen Veranstaltungsmanagement. Derzeit werden öffentliche Veranstaltungen ab 1000 Personen als kritisch angesehen bzw. behördlich untersagt. Daneben gibt es eine Reihe von Kriterien wie Enge, Belüftungssituation und Möglichkeit zur Einhaltung von Hygienemaßnahmen. Für Unternehmen, die derzeit auf sehr viele (einige auf nahezu alle) Veranstaltungen verzichten, gilt es, dieses Vorgehen auf die zu erwartenden neuen Situationen anzupassen. Das heißt konkret, dass Kriterien zu entwickeln sind, nach denen entschieden werden kann, ob und unter welchen Bedingungen eine Veranstaltung durchgeführt werden kann. Hier wird es notwendig werden, auch darauf zu schauen, welche negativen Konsequenzen eine Absage hat, also auch mit einzupreisen, ob das Treffen besonders wichtig für das Unternehmen ist. So können sich Unternehmen heute kaum noch leisten, die gesamte Fortbildung ihrer Mitarbeitenden auf Eis zu legen. Zentral wird auch hier werden, dass sichergestellt ist, dass keine vulnerablen Personen teilnehmen und Hygieneregeln eingehalten werden können.


Autor: Dr. Everhard von Groote


Zum Weiterhören: Der Podcast von Dr. Everhard von Groote zum Krisenmanagement in Zeiten der Corona-Pandemie: