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KRISENMANAGEMENT-BLOG

  • Team CasePilot

Krisenmanagement in Zeiten des Corona-Virus: Tipps für KMU

Die aktuelle Corona-Krise zeigt, dass viele Mittelständler noch nach den richtigen Antworten auf die Situation suchen. Wir zeigen auf, was konkret zu tun ist.


Besonders Mittelständler können von Pandemien stark betroffen sein

Während Konzerne teils seit Wochen ihre Krisenstäbe aktiviert haben, um alle Aktivitäten zu koordinieren, fehlt dieses Instrument in mittelständischen Unternehmen meist. Dennoch sind die Herausforderungen, die mit Corona verbunden sind, zu lösen. Die Lage ist komplex und sehr dynamisch, neue Informationen sind stündlich verfügbar. Wie kann man als KMU diese Herausforderung bewältigen?


Aus unserer Krisenberater-Perspektive ist der beste Weg, zunächst auf der Ebene der Geschäftsführung Ziele und Themenfelder zu definieren und dabei die wichtigsten Stakeholder zu betrachten. Diese werden meistens sein: Mitarbeitende, Kunden, Lieferanten, Öffentlichkeit, evtl. Aufsichtsbehörden, Produktion / Dienstleistung usw. In jedem Unternehmen sind die Verantwortlichen für die jeweiligen Stakeholder und Themenfelder klar: So ist die Personalabteilung für die Mitarbeitenden verantwortlich, der Vertrieb für die Kunden, die Produktion für das Produkt. Alle Verantwortlichen sollten unter der Führung eines Gesamtverantwortlichen, den wir „Krisenmanager“ nennen und der von der Geschäftsführung dazu berufen wird, regelmäßig über den Umgang mit dem Thema beraten. Der Krisenmanager behält die Gesamtsituation im Auge und unterbreitet der Geschäftsführung Vorschläge zum Umgang mit den konkreten Themen.


Informationen zur aktuellen Gesamtlage erhält der Krisenmanager hier:


Robert-Koch-Institut (RKI)

Auswärtiges Amt (AA)

Live Tracker der Johns-Hopkins-University


Aus unserer Erfahrung sind die folgenden Themen für (fast) alle Unternehmen relevant und zu regeln:


Schutz der Mitarbeitenden: Es sind Maßnahmen zu ergreifen, um die eigenen Mitarbeiter zu schützen. Wenn das Unternehmen viel Laufkundschaft hat (zum Beispiel Handel, Hotel- und Gaststättengewerbe, Fitness-Studios, Bankfilialen, Kirchen etc.), müssen die Maßnahmen natürlich ebenfalls darauf abzielen, die Kunden zu schützen. Die üblichen Maßnahmen (kein Händeschütteln, regelmäßiges Händewaschen, ins Taschentuch oder die Armbeuge nießen etc.) sind mittlerweile gut bekannt. Als Arbeitgeber sollten Sie ausreichend Handwasch- und Desinfektionsmittel sowie Papierhandtücher zur Verfügung stellen. Das vermehrte Arbeiten aus dem Home Office kann die Situation in engen Büros u.U. entzerren. Hierfür sind die organisatorischen Voraussetzungen zu schaffen.


Meetings und größere Veranstaltungen: Diese stellen für viele Unternehmen derzeit eine weitere Herausforderung dar. Die ITB wurde abgesagt, während die Bundesligaspiele mit Zuschauern stattfanden. Wie soll ein Unternehmen also reagieren?

Grundsätzlich bedeutet jede vermiedene Veranstaltung mehr Sicherheit. Nun kann und muss man nicht jedes Meeting und jede Fortbildung gleich stornieren. Jede Veranstaltung ist darauf zu prüfen, ob Personen aus Risikogebieten teilnehmen, ob die Veranstaltung drinnen (eher schlecht) oder draußen (eher gut) stattfinden, wie eng es werden wird (1,5 m Abstand sind gut). In Deutschland denkt man derzeit darüber nach, dass 5000 Teilnehmer eine Schwelle zur Absage bilden könnten, in der Schweiz sieht man die Schwelle eher bei 1000 Menschen.


Dienstreisen: Je nach Unternehmensart ist eine Regelung für Dienstreisen zu treffen. Hier sind die Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes eine Orientierungshilfe. Derzeit raten wir unseren Kunden: keine Reisen nach China, Norditalien (Regionen Lombardei, Venetien, Emilia Romagna, Piemont, Friaul-Julisch-Venetien und autonome Provinz Trient), Iran, Japan, Südost-Asien und Südkorea und eine klare Regelung für den Umgang mit Rückkehrern aus diesen Gebieten (unser Rat: alle Mitarbeiter, die aus einem der genannten Gebiete zurückkehren, kommen nicht ins Büro sondern arbeiten für zwei Wochen vom Home Office).


Umgang mit Erkrankungen: Ebenso muss bedacht werden, wie mit Erkrankungen umzugehen ist. Unser Tipp: Alle Mitarbeiter, die eine Erkältungssymptomatik haben (Fieber, trockener Husten, Halsschmerzen), dürfen nicht mehr zur Arbeit kommen und sollen unverzüglich einen Arzt kontaktieren. Wird von einer zuständigen Behörde gegen einen Mitarbeiter eine Quarantäne verhängt, so ist dies oft auch mit einem Tätigkeitsverbot für den Arbeitnehmer verbunden. Das Gehalt ist dann weiter zu zahlen, wird aber in der Regel von der zuständigen Behörde erstattet.


Betriebsrisiken: Neben den bisher betrachteten Krankheitsrisiken sind natürlich auch die Betriebsrisiken zu bewerten und entsprechende Maßnahmen zu planen.


Ausfall von Mitarbeitenden: Wie bei jeder Epidemie ist vorzuplanen, wie das Unternehmen mit dem Ausfall zahlreicher Mitarbeiter umgehen wird. Neben den Erkrankten könnten Mitarbeiter auch aus anderen Gründen (Pflege von Angehörigen, Angst vor Ansteckung) der Arbeit fernbleiben. Hier ist es wichtig, zentrale Funktionen zu identifizieren und redundante Besetzungen zu planen.


Auftrags- und Lieferengpässe: Auch die Frage nach zu erwartenden Auftrags- oder Lieferengpässen wird jedes Unternehmen für sich betrachten müssen. Bei Auftragsengpässen könnten neben angeordnetem Überstundenabbau und Urlaub notfalls auch Kurzarbeit in Erwägung gezogen werden. Die Voraussetzungen dafür sind beizeiten juristisch zu prüfen.


Verträge können nicht erfüllt werden: Ein weiteres erhebliches Risiko besteht für viele Betriebe darin, Verträge eventuell nicht erfüllen zu können, weil Mitarbeiter nicht zur Verfügung stehen oder Materialien nicht verfügbar sind. Hier ist zu prüfen, ob die Verträge Force-Majeure-Klauseln enthalten. Epidemien werden in der Regel zu höherer Gewalt gezählt, aber im Einzelfall kann dies auch strittig sein. Voraussetzung für die Anwendung der Höhere-Gewalt-Klausel ist, dass die Lieferung unmöglich geworden ist, also auch nicht durch Mehraufwendungen möglich wäre. Hier sind eine Prüfung und gegebenenfalls Anpassung der Verträge, im Einzelfall ein Rücktritt vom Vertrag wegen Wegfall der Geschäftsgrundlage und gegebenenfalls eine Priorisierung der verfügbaren Ressourcen hilfreich.


Ausfall der Geschäftsführung: Ein nicht zu unterschätzendes Risiko besteht auch in der Erkrankung und dem Ausfall des Geschäftsführers. Hierfür sollte eine Regelung getroffen werden, die auch alle notwendigen Vollmachten, Bankverbindungen, Passwörter etc. enthält.

Diese Hinweise können naturgemäß nicht allumfassend sein und müssen auf das konkrete Unternehmen angepasst werden. Hierbei unterstützen wir Sie gern. Sie erreichen uns unter


Team Psychologie & Sicherheit Düsseldorf

info@t-p-s.net

+49 211 6877 4665


Autor: Dr. Everhard von Groote